Glossar
Grunderwerbsteuer
Diese Glossarseite erklärt Grunderwerbsteuer so, dass sich Angebote, Verträge und Fachtexte damit sicher lesen lassen.
Definition
Die Grunderwerbsteuer wird beim Immobilienkauf fällig und richtet sich nach dem jeweiligen Steuersatz des Bundeslandes, in dem die Immobilie liegt; die Sätze variieren je nach Land zwischen 3,5 und 6,5 Prozent. Schuldner ist grundsätzlich der Käufer, sie betrifft den Verkäufer wirtschaftlich in der Regel nicht direkt.
Was dahinter steckt
Die Grunderwerbsteuer ist eine einmalige Steuer, die beim Erwerb eines Grundstücks oder einer Immobilie anfällt und in der Regel vom Käufer getragen wird. Sie ist eine Landessteuer: Jedes der 16 Bundesländer legt seinen eigenen Steuersatz fest, sodass die Belastung je nach Lage der Immobilie unterschiedlich hoch ausfällt. Bemessungsgrundlage ist üblicherweise der im notariellen Kaufvertrag vereinbarte Kaufpreis. Die Steuer unterscheidet sich klar von der Spekulationssteuer, die den Verkäufer bei einem Veräußerungsgewinn trifft, während die Grunderwerbsteuer ausschließlich beim Erwerbsvorgang und regelmäßig beim Käufer anfällt.
Für Verkäufer ist die Grunderwerbsteuer indirekt relevant, weil sie Teil der Kaufnebenkosten des Käufers ist und damit die Finanzierbarkeit sowie die Verhandlungsposition beim Kaufpreis beeinflussen kann. Da sich die Steuersätze der Bundesländer im Zeitverlauf ändern können, sollte der konkret geltende Satz am Lageort der Immobilie stets tagesaktuell beim zuständigen Landesfinanzministerium oder beim Notar erfragt werden, statt sich auf ältere Übersichten zu verlassen.
So begegnet es dir
In der Praxis wird die Grunderwerbsteuer vom Finanzamt nach Eingang der Veräußerungsanzeige des Notars automatisch festgesetzt und muss vor der Grundbucheintragung beglichen sein, da das Finanzamt erst danach die steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung ausstellt. Verkäufer sollten wissen, dass Verzögerungen bei der Steuerzahlung des Käufers die eigene Kaufpreisfälligkeit und den Übergang hinauszögern können, weshalb dieser Schritt im Notarvertrag meist als Fälligkeitsvoraussetzung verankert ist.
Alle Ratgeber dazu im Themenfeld Kosten & Steuern.
Kennzahlen
| Steuerart | Landessteuer, 16 unterschiedliche Sätze |
|---|---|
| Bemessungsgrundlage | im Kaufvertrag vereinbarter Kaufpreis |
| Fälligkeit | nach Festsetzung durch das Finanzamt, vor Grundbucheintragung |
| Zuständigkeit | Finanzamt am Lageort der Immobilie |
Das gehört dazu
- Spekulationssteuer
- Notarkosten
- Kaufpreisfälligkeit
- Online-Bewertung (Grenzen & Genauigkeit)
- Vorfälligkeitsentschädigung
- Vergleichswertverfahren
- Gewährleistung (beim Immobilienverkauf)
- Zwangsversteigerung
- Grundbuchkosten
Was oft gefragt wird
Wer zahlt die Grunderwerbsteuer, Käufer oder Verkäufer?
Im Regelfall trägt der Käufer die Grunderwerbsteuer, dies wird üblicherweise so im Kaufvertrag festgehalten. Eine abweichende vertragliche Regelung ist grundsätzlich möglich, kommt in der Praxis aber selten vor.
Warum unterscheiden sich die Steuersätze je Bundesland?
Weil die Grunderwerbsteuer eine Landessteuer ist und jedes Bundesland den Satz innerhalb eines gesetzlichen Rahmens eigenständig festlegen kann. Die Sätze werden von den Landesparlamenten beschlossen und können sich ändern.
Wie wirkt sich die Steuer auf den Verkaufsprozess aus?
Sie erhöht die Kaufnebenkosten des Käufers und kann dessen Finanzierungsspielraum beeinflussen. Zudem ist die Zahlung der Steuer meist Voraussetzung für die Unbedenklichkeitsbescheinigung, ohne die keine Eigentumsumschreibung erfolgt.
Quelle: Bundesministerium der Finanzen · Stand: Oktober 2026
Nächster Schritt
Kostenlos Angebote vergleichen